Mein Human Design – Basics

Ich habe nicht den Anspruch, das Human Design erklären zu wollen, sondern ich will nur beschreiben, was es für mich ist und was es bei mir bisher bewirkt hat. Allerdings ist es zum Verständnis erforderlich, einige grundlegende Dinge näher zu beleuchten.

Das Human Design System ist zu allererst ein geniales Tool zur Selbsterkenntnis. Es beschreibt die Einzigartigkeit eines Menschen und ist in seiner Tiefe genauso individuell wie ein Fingerabdruck. Es beschreibt in Prinzip das volle Potenzial einer Person. Ob dieses Potenzial auch gelebt wird, ist allerdings ein anderes Thema. Heute wird uns gesagt, für ein erfülltes Leben sei es wichtig, sich selbst zu lieben.

Hat sich schon einmal jemand gefragt, wie man sich selbst lieben kann, wenn man nicht einmal weiß, wer man wirklich ist? Jeder von uns hat ein Selbstbild, das aber im ungünstigsten Fall nicht das Geringste mit dem zu tun hat, wer wir sind, sondern geprägt ist durch die Menschen, mit denen wir Zeit verbringen in Familienverbänden, Schule, Beruf und Partnerschaften. Wen lieben wir in so einem Fall? Ganz sicher nicht uns selbst. Selbstliebe setzt ein hohes Maß an Selbsterkenntnis und Bewusstheit über unsere „Programmierungen“ voraus. Das Human Design ermöglicht genau diese Erkenntnisse.

Und das wirklich Geniale an diesem System ist, dass man nichts „glauben“ muss, sondern dass man es überprüfen kann, indem man das, was es über einen sagt, in Bezug zur eigenen Vergangenheit setzt, denn diese ist bekannt. Aber bevor man dieses Experiment beginnt, muss erst einmal ein Einstieg in das Thema gefunden werden. Eine Schwierigkeit dabei ist, dass die erste Grundaussage des HD über uns in den seltensten Fällen mit unserem Selbstbild übereinstimmt. Deshalb ist natürlicherweise das Erste, was wir spüren, Widerstand. Es gibt Menschen, die sich an dieser Stelle bereits wieder abwenden. Denjenigen aber, deren Neugier größer ist als ihr anfänglicher Widerstand, eröffnet sich eine völlig neue Welt der Betrachtung ihrer einmaligen Anlagen und Begabungen.

Für all jene, die sich näher über die Grundlagen informieren wollen, gibt es über Google eine ganze Menge an Informationen. Sinnvollerweise sucht man nach „Human Design“ + dem Stichwort, z. B. „Typ“ oder „Profil“.

In meiner Körpergrafik (Rave-Chart), die ihr oben seht, befinden wir uns auf der obersten Ebene des Human Design, aber selbst daraus ist für jemanden, der über einige grundlegende Kenntnisse des HD verfügt, schon sehr viel ablesbar. Diese Grafik, die man an vielen Stellen in Internet kostenlos erstellen lassen kann, kommt in der Grundversion mit einem zusätzlichen Text, der bei mir so aussieht:

Typ:                        Projektor
Strategie:                auf die Einladung warten
Innere Autorität:      Milz
Definition:               Gespaltene Definition
Profil:                      5 / 1
Inkarnationskreuz:   Das linke Kreuz des Individualismus (38/39|57/51)
Nicht-Selbst Thema: Bitterkeit

In dem Abbild fallen drei Dinge sofort ins Auge:

  1. Es gibt Rechtecke und Dreiecke, die untereinander durch Linien verbunden sind.
  2. Die Dreiecke und Vierecke sind entweder weiß oder farbig.
  3. Die Linien sind entweder weiß oder farbig oder eine Kombination von beidem.

Die farbigen Bereiche beschreiben definierte Eigenschaften, die mir mein ganzes Leben lang verlässlich zur Verfügung stehen. Diese Eigenschaften sind genauso festgelegt wie z. B. die Körpergröße. Sie sind nicht veränderbar. Das beinhaltet natürlich auch eine gewisse Beschränkung. Wenn ich 1,72 m groß bin, dann bin ich 1,72 m. Alles andere bin ich nicht, auch wenn ich mich gerne für 1,50 m oder für 1,87 m halten möchte.

In den weißen Bereichen hingegen bin ich nicht festgelegt, das heißt, ich bin offen, und zwar in der Nomenklatur des HD offen für Konditionierungen durch einen anderen Menschen oder durch einen Transit. Konditionierung per se ist nichts Schlechtes. Sie ist allgegenwärtig und man kann ihr nicht entgehen. Wichtig ist, wie ich mit einer solchen Konditionierung umgehe. In den weißen Bereichen spüre ich quasi die Qualitäten desjenigen, der mich konditioniert. Je mehr weiße Bereiche ich habe, desto mehr kann ich von einem anderen Menschen erkennen. Eine Konditionierung erfolgt immer durch das entsprechend definierte Zentrum des anderen. Mit meinen eigenen definierten Zentren dagegen konditioniere ich andere Personen in meiner Aura, sofern bei ihnen das jeweilige Zentrum offen ist. Man kann sich das auch als einen Austausch zwischen Sender und Empfänger vorstellen. Das definierte Zentrum sendet, das offene Zentrum empfängt.

Das sogenannte Nicht-Selbst entsteht, wenn ich mir der Konditionierung nicht bewusst bin und mich mit dem, was ich empfange, identifiziere. Daraus ist schon erkenntlich, dass die meisten Menschen vorwiegend im Nicht-Selbst leben. Das bedeutet, dass sie nicht das Leben führen, das ihrer eigentlichen Bestimmung entspricht, sondern ein Leben, von dem sie nur glauben, dass es ihres ist, obwohl es nur die Identifikation mit einer fremden Energie darstellt.

Bei den Farben in den Verbindungslinien (Kanälen) bedeutet schwarz, dass es sich um eine uns bewusste Qualität handelt, rot dagegen stellt eine unbewusste Qualität dar. Eine unbewusste Qualität können wir nicht erkennen. Wir können nur durch Beobachtung ihrer Auswirkung auf deren Vorhandensein schließen. Alles in allem eine äußerst spannende Reise, auf die man sich begibt, wenn man sich mit dem Human Design einlässt. Es erweitert buchstäblich unser Bewusstsein und lässt uns erkennen, wer wir im Kern sind, wenn wir alle Fremdeinflüsse unberücksichtigt lassen. Und wenn uns gefällt, was wir da finden, ganz tief in uns selbst, dann eröffnet uns das HD die Möglichkeit, dieses Potenzial auch zu leben, indem es uns Hilfsmittel an die Hand gibt, mit dem Erkannten auf eine korrekte Weise umzugehen.

Meine definierten Zentren sind:

  • Wurzelzentrum (Stress) – unterstes Viereck
  • Milzzentrum (Gesundheit) – linkes Dreieck
  • Ajna (Verstand) – zweites Dreieck von oben
  • Kopf (Druck zu denken) – oberstes Dreieck

Meine offenen Zentren sind:

  • Sakralzentrum (tagtägliche Arbeitskraft und Sexualität) – zweites Viereck von unten
  • Emotionalzentrum (Gefühl) – rechtes Dreieck
  • Ego-Zentrum (Willenskraft) – kleines Dreieck links oberhalb vom Emotionalzentrum
  • G-Zentrum / Selbst (Identität) – Raute in der Mitte
  • Kehlzentrum (Ausdruck) – oberstes Viereck

Ich hoffe, ich konnte euch die Basisinformationen einigermaßen verständlich darstellen. In meinem nächsten HD-Beitrag werde ich über die Auseinandersetzung mit meinem Typ schreiben. Lacher derer, die schon eine Ahnung haben, bzw. Bestürzung derer, für die das alles noch völlig neu ist, sind vorprogrammiert.

 

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